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Nichts bleibt wie es ist - schon gar nicht die Grippeviren

© terovesalainen AdobeStock 245369435

Dass Grippeviren uns Menschen das Leben schwer machen können, haben sie wiederholt bewiesen. Bereits die Spanische Grippe in den Jahren 1918 bis 1920 hat schätzungsweise bis zu 50 Millionen Todesopfer gefordert, bis zu vier Millionen sollen es 1968 bis 1970 bei der Hongkong-Grippe gewesen sein; an die Zeit der Schweinegrippe 2009/10 dürfte vielen von uns sich noch gut erinnern. Alle drei wurden durch Influenza A-Viren verursacht, dieser Typ ist der am häufigsten vertretene und zudem auch der gefährlichste. Die seltener auftretenden Grippe-Arten des Typs B und C sind vergleichsweise harmlos.

Warum sind Influenza-Viren so gut darin, sich schnell zu vermehren und auszubreiten?

Zum einen erreichen sie per Tröpfcheninfektion eine hohe Ansteckungsrate – je näher sich die Menschen kommen (müssen), je dürftiger die Möglichkeiten zur Vorbeugung (z.B. mangelnde Hygienestandards) umso besser für das Virus. Weitere Risikofaktoren, wie etwa ein geschwächtes Immunsystem, spielen dem Angreifer ebenfalls in die Hand, so dass er sich in Windeseile regional (Epidemie) oder sogar länderübergreifend bis weltweit (Pandemie) ausbreiten kann.
Zum anderen haben die Grippeviren mit ihrer enormen Wandlungsfähigkeit ein Ass im Ärmel. Dadurch, dass die Viren gern mutieren, gelingt es ihnen viel zu oft, unser Immunsystem an der Nase herumzuführen.

Hier ein grober Überblick, wie sich das ungefähr abspielt: Viren müssen zunächst ihr Erbgut in unsere Zellen importieren, damit wir erkranken. Als Wirtszellen bieten sich die der Schleimhäute im Nasen-Rachenraum an. Die infizierten Zellen produzieren daraufhin zunächst Viren-Bausteine, die in diesen Zellen direkt zusammengebaut und als fertige Krankheitserreger in unseren Organismus gegeben werden – die Virusproduktion läuft.

Da es innerhalb dieses wiederkehrenden Ablaufs zu Variationen kommen kann (und auch kommt) muss/sollte sich unser Immunsystem auf immer wieder (jährlich) neue virale Angreifer einstellen. Fachleute unterscheiden bezüglich des Vorgangs der Mutation zwischen Gendrift und Genshift.

Beim Gendrift verändert sich das Virus sukzessiv, also in vielen kleinen Etappen, indem sich durch Fehler beim Kopieren des Grippe-Erbguts einzelne, winzige Bausteine mutieren. Schon solche kleinen Abwandlungen können dazu führen, dass die vorhandenen Abwehrmechanismen diese veränderten Viren nicht oder nicht ausreichend erkennen und bekämpfen können. Beim Genshift dagegen wird nicht gekleckert, sondern geklotzt: Ganze Viren-Segmente (insgesamt besteht der gemeine Grippevirus aus acht davon) werden hier ausgewechselt. Ermöglicht wird dies, wenn zwei verschiedene Viren sich ein und dieselbe Zelle als Wirt und Reproduktionsstätte auserkoren haben und Bestandteile des „Virennachwuchses“ beim Zusammenbauen etwas durcheinander geraten. So können völlig neue Grippeviren, mit neuen Eigenschaften, auf die wir nicht vorbereitet sind, entstehen.

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